Rechtsanwaltskanzlei André Derlich
21. Oktober 2021

RECHTSPRECHUNG / URTEILE

Strafrechtliche und zivilrechtliche Aspekte des Dopings (NJW-Spezial Heft 9, 2006, S. 423 f.; NJW 2001, 1745 ff; NJW 1999, 3361)

1. strafrechtliche Problemstellung:

a. Allgemein:

6 a AMG verbietet Arneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden. Die Miachtung ist strafbar. Dagegen ist die Einnahme von Dopingmitteln nicht verboten und somit nicht strafbar.

So kann man auch bei gedopten Sportlern von einem Betrug sprechen, aber nicht gegenber anderen Sportlern, sondern lediglich gegenber dem Veranstalter oder Sponsoren.

b. Betrugskonstellation zum Zuschauer:

Eine Betrugsstrafbarkeit zum Nachteil der Zuschauer entfllt mangels einer Vermgensverfgung.

c. Betrugskonstellation mit Veranstalter:

Der gedopte Sportler, dessen fehlende Startberechtigung auf Grund des Einflusses verbotener Substanzen schon bei der Startzusage feststeht (bei Vertragsabschluss), begeht mit Abschluss des Vertrages eine Tuschungshandlung gegenber dem Veranstalter. Der Veranstalter wird in seinem Vermgen beschdigt (hier: Zahlung des Antrittsgeldes im Vertrauen auf vertragsgeme Wettkampferfllung).

d. Betrugskonstellation zum Nachteil des Sponsors:

Dieser Fall kommt in Betracht bei Vorliegen eines Sponsoringvertrages. Die irrtumsbedingte, vermgensrechtliche Verfgung besteht darin, dass der Sponsor auch nach Einnahme der verbotenen Substanzenseine Gegenleistung erbringt, obwohl seine Leistung unmglich wird.

e. Betrug zum Nachteil des Mitberwerbers:

Ein Betrug scheidetmangels Stoffgleichheit zwischen dem Vermgensschaden des Mitbewerbers und dem Vermgensvorteil des Gedopten aus.

2.zivilrechtliche Problemstellung:

Ein zivilrechtlicher Anspruch kommt aufgrunddes 252 BGB -Ersatz des entgangenen Gewinns (Zahlung der entgangenen Siegprmie; Einnahme aus Werbe- und Sponsorenvertrgen, die nur mit dem gedopten Sieger abgeschlossen wurden; hhere Start- und Preisgelder) in Betracht.

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